Mit diesem grandiosen Gedicht aus seinem Hauptwerk "Faust" beweist Johann Wolfgang von Goethe bildgewaltig, warum er zu den größten deutschen Dichtern zählt. Das besondere an Goethes Gedicht "Osterspaziergang" ist sicherlich seine ewige Gültigkeit. Denn das ist immer wahr: Doktor Faust kann jedes Jahr aufs Neue am Ostersonntag in die Hügel über der Stadt spazieren gehen und er wird jedes Jahr dasselbe sehen: Eine erwachende Natur. Sonnenschein, erblühendes Grün und fröhlich spazierende Menschen. Dr. Faust, der so enthusiastisch über den Frühlingsanfang sprechen kann, hat in seiner Dichtung diesen magischen Moment – nach allgemeiner Lesart – wohl am besten eingefangen.
Neben seinen dichterischen Werken tat sich Johann Wolfgang von Goethe auch in der Kunsttheorie hervor und versuchte in Kenntnis des "Traktats von der Malerei" von Leonardo da Vinci eine eigene Farbenlehre zu entwickeln.
Das berühmte Gemälde Goethe in der Campagna zeugt von seiner Begeisterung für die Malerei. Der beinah scherzhaft auf das fehlende rechte Bein verweisende Zeigefinger der rechten Hand Goethes weist auf den Umstand hin, dass Goethe hier zwei linke Füße gemalt bekommen hat. Durch diese Irritation erlangte das Gemälde eine gewisse Aufmerksamkeit. Eventuell handelt es sich aber auch um eine fehlerhafte Bildkomposition des Malers Tischbein.