Der Kopismus hat seit seiner Entstehung verschiedenste Stile hervorgebracht. Allen gemein ist das konsequent verfolgte Ziel die ikonische Starre der referenzierten Originale aufzulösen. Die Ursprungswerke, starr in ihrer Impression, beliebig in ihrem Wesen, nutzt der Kopist als Ausgangspunkt für den kreativen Prozess. Er hebt diese Starre auf und macht die Beliebigkeit offenbar, in dem er das Ganze in seine Elemente zerlegt und dann aufs Neue zusammensetzt. Der Kopist bedient sich dabei zufällig parametrisierter Proportionen, Formen und Farben des Originals. Dadurch wird ein neues Werk erschaffen, das durch seine Vielfalt die ursprünglichen Bedeutungsebenen vervielfacht.
Chronologische Übersicht
Bewegte Kunst, seit 2014
Der Kopist bewegt die Kunst.
Kopistischer Historismus, seit 2020
Der kopistische Historismus visualisiert historisch bedeutende Zusammenhänge auf Bildtafeln. Im Gegensatz zum allgemeinen Sprachgebrauch meint Historismus hier eine Erzählung der Menschheitsgeschichte im Allgemeinen (vom altgriechischen 'historia', „Untersuchung oder Erforschung (der Vergangenheit), auch "Wissen durch Untersuchung (der Vergangenheit)", im englischen "story" (für fiktive oder reale Erzählungen), bzw. "history" (für reale Erzählungen)).
Kunst des Zufalls, seit 2015
Auf der Suche nach dem kleinsten gemeinsamen Element der gemalten Kunst haben die Kopisten den Pixel als Basis aller Werke erkannt. Oftmals kopiert wird in dieser kopistischen Spielart der Pixel selbst, freilich nicht ohne dabei parametrisiert zu werden.
Leonardo Zyklus, 2020-2023
Rekonstruktion der mutmaßlichen Bildideen der sieben zweifelsfrei echten Gemälde Leonardos und die vermutete Bildidee der zwei Seiten des Porträts der Ginevra de' Benci, das derzeitlich noch Leonardo da Vinci zugeschrieben wird.
Neuer Realismus, seit 2020
Der Neue Realismus versucht eine bedeutende Brücke zu bauen, zwischen den Welten der klassischen Malerei, dem natürlichen Original und das ist neu, dem Medium seiner Abbildung. Der neue Realismus hinterfragt bestehende und erlernte Deutungsebenen und führt sie dann auf ihren abbildenden Gegenstand zurück. So sollen Bedeutungsinseln entstehen, von denen der Betrachter im Augenblick der Erkenntnis seiner Wirklichkeit entfliehen kann.