Wortfeld Cardinalis ist ein kopistisches Gemälde, das im Jahr 2026 von Nico Franz erschaffen wurde. Es zeigt eine Museumslandschaft mit einem dominanten großformatigen Binärbild in der rechten Bildhälfte. Das Binärbild bezieht sich auf eine bekannte Zeichnung Leonardo da Vincis ("Ein von Zigeunern überlisteter Mann", um 1500). Die Besonderheit des Binärbildes liegt darin, dass es aus zufällig ausgewählten Wörtern besteht, deren schwarz hervorgehobene Buchstaben “A” und “a” das Gesicht aus Leonardos Zeichnung formen.
1981 Cottbus, DE
Wortfeld cardinalis
1981 Cottbus, DE
Wortfeld Cardinalis (Votivtafel Belsazars), 2026
CSS und SVG Filter auf HTML und Pixel auf Canvas
Und sieh! und sieh! an weißer Wand
Da kam’s hervor wie Menschenhand
Und schrieb, und schrieb an weißer Wand
Buchstaben von Feuer, und schrieb und schwand
Wortfeld Cardinalis
Votivtafel Belsazars, 2026
Technik, Komposition und Perspektive
Das Gemälde verwendet Webtechnologien, um Raum, Farbe und Struktur zu erzeugen (HTML, CSS, SVG-Filter, Javascript und WebGL). Dabei unterliegen einzelne Bildelemente dem Konzept des beschränkten Zufalls, das heißt innerhalb eines definierten Rahmens werden sie zufällig erzeugt, positioniert oder gefärbt. Ein streng geometrisches Konstruktionssystem klassisch-antiker Proportionen liegt dem Werk zugrunde. Besonders deutlich wird das an der Aufteilung der Bildzonen.
Das Wortfeld
Das Wortfeld ist das Hauptelement des Gemäldes. Der Begriff bezieht sich auf das in der Linguistik gebräuchliche Verfahren der Wortfeldanalyse. Hierbei werden Wörter nach ihrer inhaltlichen Verwandtschaft gruppiert, um den Informationstyp sowie den Informationsgehalt eines Textes zu bestimmen.
Diese bekannte Zeichnung Leonardos diente als Vorlage für die Form des Gesichts
Leonardos Zeichnung wurde programmatisch in ein Binärbild überführt. Die Matrix besteht aus 90 Spalten und 113 Reihen. Sie wird zufällig mit Wörtern aus einer Liste mit ca. 160 Wörtern befüllt
Die Figuren
Die Figurengruppe in der rechten Bildhälfte besteht aus bläulich schimmernden Silhouetten, deren Struktur und Kontur aufgelöst (oder neu zusammengesetzt) zu sein scheint. Es handelt sich im Ursprung um KI-generierte Fotos männlicher Personen, die bezüglich der Posen nach strikten Vorgaben erstellt wurden. Sie wurden danach programmatisch in Silhouetten umgewandelt (Sonderform eines Binärbildes). Diese Silhouetten werden beim Laden des Gemäldes eingelesen, programmatisch in Pixel zerlegt, in zufälligen Blautönen eingefärbt und mit zufälliger Transparenz versehen, um schließlich neu zusammengesetzt in jene blau-transzendent schimmernde Erscheinung überzugehen. Die Halle in der die Gruppe steht, erinnert durch die typische Treppe an die Sixtinische Kapelle, in der die Kardinäle unter dem mächtigen Eindruck von Michelangelos Wandgemälde “Das jüngste Gericht” ihren Papst wählen. Die Sixtinische Kapelle selbst entspricht in ihren äußeren Proportionen den biblischen Angaben zum Tempel Salomos.
Dieses Werk meine Freunde ist Vernunft und Weisheit